Verdauung verstehen + verbessern – Welche Rolle spielen Probiotika für unseren Verdauungsprozess?

Verdauung verstehen + verbessern – Welche Rolle spielen Probiotika für unseren Verdauungsprozess?

von Züleyha Aydin

Unsere Verdauung: Sie beginnt beim Essen und endet auf der Toilette. Welchen Weg unsere Nahrung beim Verdauungsprozess dazwischen durchläuft, ist jedoch den meisten unbekannt. Die Verdauung beeinflusst viele wichtige Aspekte, wie Gesundheit, Hautbild oder Wohlbefinden. Es lohnt sich also den Verdauungsvorgang unter die Lupe zu nehmen und zu verstehen, um den Darm gezielt unterstützen zu können. 

Für viele Verdauungsprobleme sind Probiotika eine anerkannte und mittlerweile auch beliebte Lösung, da sie die Darmflora aufbauen und stärken. Die Deutsche Gesellschaft für probiotische Medizin (DePROM) unterstützt diese Aussage nach jahrelangen Untersuchungen. Welche Rolle Probiotika bei der Verdauung spielen, und wie sie die Verwertung der Nahrung unterstützen, erfährst du in diesem Artikel.

Inhalt:

  1. Vom Mund in den Magen
  2. Kohlenhydrate vs. Eiweiß
  3. Kauen und Trinken entlasten die Verdauung
  4. Die Menge der probiotischen Bakterien ist entscheidend
  5. Vom Magen in den Dünndarm
  6. Gallenflüssigkeit und Pankreas
  7. Die Besonderheit von State-of-the-art-Probiotika
  8. Dickdarm und Darmflora
  9. Am Ende des Verdauungsprozesses

1. Vom Mund in den Magen

Der Verdauungsprozess beginnt laut Definition bereits mit dem Kauen im Mund. Ist die Nahrung zerkleinert, gelangt sie durch die Speiseröhre in den Magen. Der Magen ist der erste Stopp und kann wie eine kleine Chemiefabrik aus Muskelmasse betrachtet werden. In ihm wird das Essen hin und her geschaukelt und gequetscht. 

Außerdem werden im Magen Enzyme hergestellt, die zusammen mit der Magensäure helfen, Eiweiße klein zu kriegen. Die Enzymproduktion ist wichtig, da Eiweiße schwieriger zu verdauen sind, als beispielsweise Kohlenhydrate. Die Verdauungsprozesse laufen im Magen so lange ab, bis das Essen in viele kleine Stückchen geteilt ist, die kleiner als 1 Millimeter sind. 

2. Kohlenhydrate vs. Eiweiß

Bei Kohlenhydraten dauert das Ganze etwa eine halbe bis ganze Stunde. Proteine und Fette, besonders tierische, brauchen länger und erfordern mehr Magensäure. Dementsprechend entspannt es den Magen, vegane Proteine oder Lebensmittel in zerkleinerter Form, beispielsweise als Pulver oder Smoothie, aufzunehmen. 

Erst wenn das Essen klein genug ist, kann es weiter wandern durch den Magenpförtner. Der ringförmige Muskel lässt nur zerkleinerte Teile durch, damit die restliche Verdauung angenehm fortlaufen kann.

3. Kauen und Trinken entlasten die Verdauung

Wer gut kaut und viel Wasser trinkt, entlastet seine Verdauung, da so weniger Magensäure, sprich Salzsäure, zum Einsatz kommen muss. Das Trinken von Smoothies und der Verzehr weicher Nahrungsmittel haben dieselbe positive Wirkung. Salzsäure ist sehr aggressiv, wird aber wie gesagt benötigt, um die Nahrung klein zu kriegen. 

Eine weitere wichtige Funktion der Magensäure ist es Bakterien zu töten. Die starke Säure macht ungewollte Bakterien unschädlich, macht jedoch auch keinen Halt vor “guten” Bakterien, die über eine natürliche, ausgewogene Ernährung aufgenommen werden. Nur rund 25% der probiotischen Bakterien gelangen heile durch das ätzende Magenmilieu. Klingt nach wenig, macht für den Darmtrakt aber später einen gewaltigen Unterschied.

4. Die Menge der probiotischen Bakterien ist entscheidend

Erzeugnisse mit “guten” Bakterien werden wissenschaftlich unterschieden in „hochwirksame State-of-the-art-Probiotika“ und Lifestyle-Produkte, wie etwa Joghurts. Die in einem Joghurt enthaltenen Menge an probiotischen Bakterien reicht kaum aus, um die Passage durch den Magen zu überstehen. 

Im Gegensatz dazu, enthalten State-of-the-art-Probiotika, also Präparate, die nach den neuesten wissenschaftlichen Standards hergestellt sind, eine viel höhere Menge an “guten” Bakterien, wodurch auch nach der Magenpassage noch immer ausreichende Mengen von Bakterien zur Verfügung stehen. Darüber hinaus befinden sich die Bakterien in einem State-of-the-art-Probiotikum noch in der Wachstumsphase, was im weiteren Verlauf von großer Bedeutung ist. 

  

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5. Vom Magen in den Dünndarm

Durchschnittlich braucht der Magen 4 Stunden bis alles klein genug ist und er wieder leer ist. In diesem Zeitraum braucht der Magen klare Ruhephasen: Es kann getrunken werden, volle Mahlzeiten sollten jedoch nicht gegessen werden, da der Magen sonst überfordert werden kann und er übersäuert.

Wenn alle Nahrungspartikel circa 1 Millimeter klein sind, werden sie in den Zwölffingerdarm transportiert. So nennt man den Anfangsteil des Dünndarms. Der gesamte Dünndarm ist 6 Meter lang. Viele wichtige Schritte laufen aber bereits im 12 Finger langen Anfang ab. Der ist wichtig, um die Nahrung weiter auf Molekülgröße zu zerkleinern und die Magensäure zu neutralisieren. Dabei helfen die Bauchspeicheldrüse und die Gallenblase.

6. Gallenflüssigkeit und Pankreas

Die durch die Gallenblase zugeführte Galle ist dunkelgelb und besitzt Salze, die bei der Fettverwertung helfen, da Fette für uns schwieriger aufzunehmen sind. Salze umschließen diese Fette und machen sie verdaulich. Vitamine und Mineralstoffe müssen nicht zerlegt werden.

Die Bauchspeicheldrüse gibt die sogenannte Pankreas ab. Eine Flüssigkeit, die wie Wasser aussieht und Enzyme beinhaltet. Durch die Pankreas wird der Nahrungsbrei flüssiger und besser zersetzt. Zusätzlich werden Magensäurereste neutralisiert, was wichtig ist, da die Säure den Dünndarm verletzten würde.

7. Die Besonderheit von State-of-the-art-Probiotika

Das Neutralisieren der Magensäure tut auch den Probiotika gut: Die Bakterien, die die Magenpassage überstanden haben, können sich erholen und gesund weiter durch die Verdauung passieren. Hier kommt die Besonderheit der State-of-the-art-Probiotika ins Spiel. Die Bakterien befinden sich in der Wachstumsphase, was bedeutet, dass sie sich fortlaufend im gemütlichen Darmmilieu entwickeln und vermehren.

8. Dickdarm und Darmflora

Nach dem Dünndarm landet der unverdauliche Rest der Nahrung im Dickdarm. Der Dickdarm hat eine Länge von etwa 1,5 Metern, zusammen mit dem 15-20 Zentimeter langen Enddarm. 100 Billionen Bakterien, die im Dickdarm leben, verwerten die letzten Speisereste, wie Pflanzenfasern von Getreide, Gemüse, Obst und Ballaststoffe. Die Gemeinschaft der Bakterien und Mikroorganismen  im Darm nennt man die Darmflora. 

Menschen mit dem Reizdarmsyndrom, haben häufig eine gestörte Darmflora, die von anderen oder zu wenigen Bakterien besiedelt wird, als die von Gesunden. Probiotika können bei solchen gesundheitlichen Beschwerden helfen, indem die Darmflora derart modifiziert wird, dass sie der Flora von gesunden Menschen ähnelt.

9. Am Ende des Verdauungsprozesses

Die Billionen an Bakterienkulturen leben von den Speiseresten im Dickdarm und verändern die Farbe des Nahrungsbreis von grünlich-gelb zu braun. Wenn die letzten Nahrungsreste von den Mikroorganismen zersetzt und genügend Wasser entzogen wurde, kann was überbleibt ausgeschieden werden. Dieser ganze Prozess kann 20 bis 30 Stunden dauern – je nachdem wie ausgewogen und gesund man sich ernährt und wie stark die Darmflora durch die Mikroorganismen unterstützt wird.

Auch wenn wir bei “Bakterien” häufig zunächst an Krankheiten denken, muss man sich klar machen: Wir brauchen unsere Darmbakterien. Eine ausgewogene Mischung ist wichtig für unsere Gesundheit und schützt vor Eindringlingen, da diese unschädlich gemacht werden können, und stärkt das Immunsystem. Je größer die Vielfalt der Bakterien, desto stärker ist der positive Effekt.

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Die Autorin:

Züleyha studiert Chemie und verbringt ihre Freizeit gerne mit Kickboxen und künstlerischen Aktivitäten. her1 unterstützt sie bei Recherchen und hilft in der Produktentwicklung. Mit ihren chemischen Kenntnissen hat sie schon Artikel verfasst, wobei ihr die Aufklärung am Herzen liegt. Ihr Lieblingsstoff ist das Himbeerketon. Es ist verantwortlich für Geruch und Geschmack der Himbeere. Der erste Stoff den sie (alleine) extrahiert hat. Es riecht atemberaubend!

 

Quellen: 
  • Vom Magen zum Dickdarm (2016). [Fernsehsendung], ARD-alpha, 14.12.2016 (14:51).

  • Gießelmann, Kathrin: Probiotika: Nicht immer von Vorteil. Dtsch Arztebl 2019; 116(33-34): A-1484 / B-1225 / C-1206.

  • Nagel, Geraldine: Probiotika. Online unter: <https://www.onmeda.de/ernaehrung/probiotika.html> (Stand: 12.02.2020).