Probiotika in Schwangerschaft + Stillzeit – Mutter und Kind etwas Gutes tun

Probiotika in Schwangerschaft + Stillzeit – Mutter und Kind etwas Gutes tun

von Züleyha Aydin

Probiotika sind Mikroorganismen, die natürlicherweise im Darm vorkommen, aber auch durch Lebensmittel wie Milchprodukte zugeführt werden können. Wir sind auf diese Mikroorganismen angewiesen da sie unsere Verdauung und unser Immunsystem auf eine wesentliche Weise unterstützen und wichtige Nähr- und Botenstoffe produzieren. 

Dass eine ausgewogene Ernährung gesund ist, ist Fakt. Doch auch wer sich noch so gut ernährt, schafft es nicht immer alle essentiellen Nährstoffe über die Ernährung alleine aufzunehmen. Supplemente können eine gute Alternative darstellen und werden auch immer populärer. Doch da fragt man sich: Wie sieht es eigentlich für schwangere und stillende Frauen aus? Sind die kleinen Helfer auch während Schwangerschaft und Stillzeit sinnvoll und inwieweit beeinflussen sie das Kind?

Diese Fragen haben sich auch viele Mediziner gestellt, wodurch es eine Unmenge wissenschaftlicher Studienergebnisse zum Thema Probiotika in Schwangerschaft und Stillzeit gibt. Ob sich eine positive Wirkung zeigt und inwieweit sogar Allergien vorgebeugt werden können, erklären wir in der folgenden Übersicht.

Inhalt:

  1. Das Ungeborene isst mit – auch die Mikroorganismen
  2. Probiotika beugen Allergien vor
  3. Gefahrenquelle Antibiotika
  4. Probiotika und Emotionen
  5. Für Probiotika ist es nie zu spät
  6. Probiotika in der Stillzeit
  7. Wie gesagt, es ist nie zu spät
  8. Probiotika in den ersten Lebensjahren
  9. Unglaubliche Wirkkraft von Probiotika
  10. Fazit: Probiotika in Schwangerschaft + Stillzeit

1. Das Ungeborene isst mit – auch die Mikroorganismen

Jede Schwangere wurde mindestens einmal damit konfrontiert: Das Thema Ernährung. Kaum wächst ein Menschlein in einem heran, hat jeder eine Meinung, was gut ist und was nicht. Fast Food darf man seinem Ungeborenen niemals zumuten – am besten ausgewogen ernähren! Klingt kinderleicht, doch eine ausgewogene Ernährung wie im Bilderbuch ist im wahren Leben nur schwer möglich. 

Egal, ob man nebenher noch arbeitet, oder gefühlt schon vom Atmen k.o. ist – für viele werdende und junge Mütter ist stundenlanges in der Küche Stehen nicht möglich. Die Zauberformel heißt Balance: Mal gesund, mal den Heißhunger zulassen. Alles vollkommen akzeptabel, solange nicht die Probiotika zu kurz kommen. Denn: Das Ungeborene isst mit – auch die Mikroorganismen. Und diese haben, vor allem im frühen Entwicklungsstadium des Lebens, einen großen Einfluss auf das zukünftige natürliche Mikrobiom im Darmtrakt

2. Probiotika beugen Allergien vor

Genau wie bei der Ernährung gilt: Je vielfältiger die Probiotika-Kulturen, desto besser für die Gesundheit. Laut Studien können beim Ungebornen Hautkrankheiten wie Neurodermitis, verschiedenste Allergien und sogar Säuglingskoliken durch die Einnahme von Probiotika in der Schwangerschaft vorgebeugt werden. Mütter, die eine größere Bandbreite an Probiotikakulturen zu sich nehmen, verstärken die positiven Wirkungen. 

Und nicht nur das: Neben den positiven Wirkungen für die Babys profitieren auch Mütter in der Schwangerschaft von der harmonischeren Darmflora. Verstopfung genauso wie Durchfall werden ausbalanciert und das Immunsystem wird regeneriert und gestärkt.

3. Gefahrenquelle Antibiotika

Medikamente stellen in der Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko dar und sollten im Allgemeinen soweit wie möglich vermieden werden. Gerade Antibiotika können eine Menge Schaden anrichten: Das liegt daran, dass Antibiotika nicht zwischen guten und bösen Mikroorganismen unterscheiden können und mit den krankmachenden  auch viele gesundheitsfördernde Bakterien abgetötet werden. 

Wenn die Mutter ein Antibiotikum einnimmt, werden die Wirkstoffe auch vom Ungeborenen aufgenommen. Das Baby hat jedoch noch keine so ausgeprägte Darmflora, wie ein ausgewachsener Mensch und kann dementsprechend den Verlust der “guten” Bakterien nicht kompensieren und die gestörte Darmflora nicht regenerieren. Nicht von allein.

Wenn die schwangere Mutter dennoch nicht auf die Einnahme eines Antibiotikums verzichten kann, kann eine parallele Einnahme von Probiotika die gesundheitlichen Wogen glätten. Das geht so weit, dass Babys in Folge der Probiotikaeinnahme mit einem stärkeren Immunsystem zur Welt kommen.

4. Probiotika und Emotionen

Die positive Wirkung von Probiotika während der Schwangerschaft beschränkt sich jedoch nicht auf die körperliche Gesundheit von Mutter und Kind. Denn ein funktionierender Stoffwechsel fühlt sich nicht nur gut an, sondern wirkt aufgrund der sogenannten Darm-Hirn-Achse auch entspannend. Zwischen Darm und Hirn besteht ein direkter Draht: Der Vagusnerv führt vom Darm unmittelbar zum Gehirn und bestimmt unsere unsere Launen maßgeblich. 

Knapp 90 % der Signale, die der Nerv transportiert, gehen vom Darm aus und sagen dem Gehirn unbewusst, wie wir uns eigentlich gerade fühlen. Ein entlasteter Darm gibt ein gutes Gefühl und wir sind entspannter. Ein gestresster Darm vermittelt dagegen ein beklemmendes Gefühl. Indem Probiotika Darmbeschwerden lindern, können sie auch die täglichen Launen verbessern. Die Schwangerschaft alleine ist ja schon stressig genug.

5. Für Probiotika ist es nie zu spät

Und wenn du schon mitten in der Schwangerschaft bist und gerade Panik bekommst, dass du bisher keine Probiotika zu dir genommen hast, dann gibt es Entwarnung. Eine Zusammenführung von 13 randomisierten Studien mit fast 3100 Kindern hat gezeigt, dass auch positive Wirkungen auftreten, wenn man nur als Hochschwangere zu Nahrungsergänzungsmitteln probiotischer Natur greift. 

6. Probiotika in der Stillzeit

Doch wie sieht es aus, wenn das Baby zur Welt kommt? Wer sich als Mutter entscheidet zu stillen, stellt sich immer auch die Frage, welche Folgen die Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel auf das Baby hat. Im Fall von Probiotika geben Experten Entwarnung: Die Einnahme von Probiotika tut nicht nur der Mutter gut, sondern auch dem Baby. Beim Stillen nimmt das Baby mit der Milch auch die guten Bakterien der Mutter auf, wodurch die Darmflora des Babys nachhaltig gestärkt und erweitert wird.

7. Wie gesagt, es ist nie zu spät

Auf diese Weise kann man auch als Mutter, die während der Schwangerschaft noch nichts von der positiven Wirkung der Mikroorganismen wusste, seinem Baby nach der Geburt etwas Gutes tun. Einige der positiven Wirkungen auf das Baby kann man durch das probiotisch gestärkte Stillen “aufholen”.

Studien haben aber nicht nur positive Ergebnisse für Stillende ergeben, sondern auch für Mütter, die auf die Flasche zurück greifen. Für die Darmflora des Babys macht es nämlich kaum einen Unterschied ob es die ergänzenden Probiotika indirekt durch die Mutter, oder direkt durch angereicherte Milch aufnimmt. Vielen Produzenten ist die positive Wirkung der hilfreichen Bakterien bekannt, sodass Nahrungspulver für Babys mit Probiotika angereichert werden.

8. Probiotika in den ersten Lebensjahren

Laut Fachärzten senkt die Aufnahme von Probiotika in der Schwangerschaft das Allergierisiko des Kindes und hat eine umso bessere Wirkung, wenn das Kind auch nach der Geburt weiterhin Probiotika zu sich nimmt. Empfohlen wird in den ersten sechs Monaten zu stillen, da Babys nicht direkt probiotische Pulver zugemutet werden können. Wichtig ist jedoch nach dem Abstillen nicht mit der Probiotikazufuhr aufzuhören.

Studien zeigen, dass ohne weitere Aufnahme von Probiotika, bis zum zweiten Lebensjahr keine positiven gesundheitlichen Auswirkungen mehr bemerkbar sind. Wenn keine zusätzlichen Probiotika verzehrt werden, beginnt das Immunsystem ab dem 18. Monat häufig zu schwächeln. Der Grund liegt darin, dass Kinder ab dem ersten Lebensjahr anfangen feste Nahrung zu sich zu nehmen, die meist arm an natürlichen Probiotika ist. 

In einer Studie mit 40.614 Kinder, die zwischen 2003 und 2009 geboren wurden, sollten die Mütter von der Schwangerschaft an in Fragebögen (Food frequency questionnaire, FFQ) Auskunft über ihren eigenen Probiotikakonsum sowie den ihrer Kinder angeben. Sie wurden zu verschiedenen Zeitpunkten abgefragt zu Angaben von allergischen Symptomen. Dabei kam heraus, dass Frauen, die während der Schwangerschaft probiotische Milchprodukte zu sich genommen hatten, Allergien bei ihren Kinden vorbeugen konnten. 

9. Unglaubliche Wirkkraft von Probiotika

Noch stärker kristallisierten sich positive Wirkungen bei Babys heraus, denen nach der Geburt regelmäßig Probiotika verabreicht wurden. Bis zum dritten Lebensjahr konnten bei diesen Kindern Hautkrankheiten wie Neurodermitis, verschiedenste Allergien – von Nahrungsallergien bis zu schwerwiegenden Entzündungen bei allergischen Erkrankungen der Nasenschleimhäute (Rhinokonjunktivitis) – um mindestens 10 % vorgebeugt werden. Laut anderen Quellen können sogar Asthma und Diabetes mellitus Typ 1 bis zum zweiten Lebensjahr vorgebeugt werden.

Kinderjoghurts sollten aber nicht als gesunde Quelle für Probiotika betrachtet werde, da sie häufig viel Zucker enthalten. Man kann aber ruhigen Gewissens zu Naturjoghurts, genauso wie zu probiotischen Ergänzungsmittel greifen. Wer in der Schwangerschaft eine Probiotikakur in Erwägung zieht, sollte das nichtsdestoweniger vorher mit dem Arzt absprechen.

10. Fazit: Probiotika in Schwangerschaft + Stillzeit

Probiotika helfen Mutter und Kind während der Schwangerschaft. Das Immunsystem eines Babys wird durch Probiotika gestärkt und fit für die Außenwelt gemacht. Bei Neugeborenen ist das Immunsystem aber immer noch auf Probiotika angewiesen und wer seinem Kind etwas Gutes tun will, sollte ihm oder ihr auch weiterhin genügend Probiotika zukommen lassen.

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Die Autorin:

Züleyha studiert Chemie und verbringt ihre Freizeit gerne mit Kickboxen und künstlerischen Aktivitäten. her1 unterstützt sie bei Recherchen und hilft in der Produktentwicklung. Mit ihren chemischen Kenntnissen hat sie schon Artikel verfasst, wobei ihr die Aufklärung am Herzen liegt. Ihr Lieblingsstoff ist das Himbeerketon. Es ist verantwortlich für Geruch und Geschmack der Himbeere. Der erste Stoff den sie (alleine) extrahiert hat. Es riecht atemberaubend!

 

Quellen: 
  • Pelucchi C. et al.: Probiotics supplementation during pregnancy or infancy for the prevention of atopic dermatitis: a meta-analysis. Epidemiology. 2012 May;23(3):402-14.

  • G. Zuccotti et al.: Probiotics for prevention of atopic diseases in infants: systematic review and meta‐analysis. Aufzurufen unter: <https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/all.12700> (zuletzt aufgerufen am 10.05.2020).

  • Bertelsen R. et al: Probiotic milk consumption in pregnancy and infancy and subsequent childhood allergic diseases. Aufzurufen unter: <https://www.jacionline.org/article/S0091-6749(13)01157-3/abstract>(zuletzt aufgerufen am 10.05.2020).

  • Starostzik C.: Studie zeigt: Probiotika für Schwangere schützen Kinder vor Allergien. Aufzurufen unter: <https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Probiotika-fuer-Schwangere-schuetzen-Kinder-vor-Allergien-281725.html> (zuletzt aufgerufen am 10.05.2020).